Anette Lose: Peter-Hacks-Vertonungen. Verzeichnis der Vertonungen lyrischer Werke Peter Hacks 1949-2008

Lose, Annette: Peter-Hacks-Vertonungen. Verzeichnis der Vertonungen lyrischer Werke von Peter Hacks 1949–2008. Mit einem Anhang zu den Film- und Tonaufzeichnungen. – Mainz: André Thiele, 2009. – 222 S. (Edition Neue Klassik ; 2)
ISBN 978-3-940884-12-1 : € 19,90 (Pb.)

Der Dramatiker Peter Hacks (1928–2003) gehört zu den bedeutendsten Autoren der DDR. Er war der produktivste Dramatiker der DDR, vielfach ausgezeichnet in Ost und West. Erst seit wenigen Jahren rückt sein Schaffen wieder in den Blickwinkel von Germanisten, Literatur- und Theaterwissenschaftlern. IG Metall und Linkspartei zitieren seinen Oktobersong auf ihren Webseiten. Der Verlag André Thiele bereitet eine mehrbändige Peter Hacks-Enzyklopädie vor, in der u.a. auch dieses Verzeichnis der vertonten Hacks-Texte erschienen ist. Gut strukturiert listet die Autorin Annette Lose sämtliche vertonte Texte des Dichters auf: im ersten Teil nach Komponisten, im zweiten Teil nach Titeln geordnet. Besetzungen und Entstehungsjahr werden angegeben sowie Titel der Veröffentlichung bei Druck oder Einspielung auf Tonträger. Durch diese Beschränkung auf die zur Identifikation nötigsten Informationen bleibt das Verzeichnis übersichtlich und nutzerorientiert. Diese „Bestandsaufnahme“ ermöglicht der Autorin außerdem eine erste Auswertung: „Die vertonte Lyrik ließe sich in folgende Gruppen einteilen: Lieder für Kinderfunksendungen, Lieder für Kabarettprogramme und Radiokabarettprogramme, die in der DDR verfassten Agitproplieder aus den Jahren 1957–1962, Kindergedichte, Lyrik für Erwachsene und Nachdichtungen von Liedtexten.“(S. 6).
Im Titelverzeichnis lässt sich die Beliebtheit mancher Texte an den zahlreichen Vertonungen leicht ablesen. Die meisten Vertonungen entstanden zu DDR-Zeiten, nach 1990 überwiegend durch Komponisten, die aus der DDR stammten (S. 7). Zu den einer breiteren Öffentlichkeit bekannten Namen gehören z.B. Rudolf Wagner-Régeny, Siegfried Matthus, Tilo Medek, Hanns Eisler, Paul Dessau oder Reiner Bredemeyer. Als Ausnahmen – und für den „Wessi“ – seien Franz Josef Degenhardt und Wiglaf Droste genannt. Im Anhang bietet der Band ein Verzeichnis der Film- und Tonaufzeichnungen auf Tonträgern und in Hörfunkproduktionen. Anders als der Hauptteil erhebt der Anhang keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn nicht alle Aufzeichnungen haben sich erhalten oder waren in Archiven ermittelbar. Dennoch ist er eine sinnvolle Ergänzung, denn er führt Interpreten auf, die allgemein (in Ost und West) bekannt sind – ohne es zu wissen, wird der eine oder andere schon eine Peter-Hacks-Vertonung gehört haben, gesungen z.B. von Lale Andersen, Ernst Busch, Gisela May, Manfred Krug oder Wiglaf Droste.
Das Verzeichnis schafft eine fundierte Grundlage für die weitere Beschäftigung mit Texten von Peter Hacks, insbesondere seiner Lyrik. Gleichzeitig bietet es auch Gelegenheit, sich mit den Musikschaffenden (Komponisten und Interpreten) der ehemaligen DDR näher zu beschäftigen. Daher darf es auch als sinnvolle Anschaffung für Musikbibliotheken bezeichnet werden.

Eva Schütz
Zuerst veröffentlicht in FORUM MUSIKBIBLIOTHEK 31 (2010), S. 174f.

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